Conf: La famosa muraglia (Berlin, 16 Feb 18)

300px-Palazzo_Medici_Riccardi_by_night_01Institut für Kunstwissenschaft und Historische Urbanistik – Fachgebiet Kunstgeschichte, Technische Universität, Berlin, Straße des 17. Juni 150/152, Architekturgebäude, Raum A 060, 16.02.2018

La famosa muraglia. Aktuelle Forschungen zu Architektur und Stadtraum in Florenz um 1450

Organisation: Andreas Huth
Freitag, 16. Februar 2018, 14 (s.t.)-18.30 Uhr

Programm

14.00 Uhr    Andreas Huth, Technische Universität Berlin
Begrüßung und Einführung

Teil 1: Architektur und urbaner Raum
Moderation: Claudia Reufer, Freie Universität  Berlin, SFB 980 “Episteme in Bewegung”

14.20 Uhr Claudia Jentzsch, Universität der Künste Berlin
„…farne una conveniente al quartiere ed alle loro generosità d’animi…“ Patrizische magnificentia am Bau von Santo Spirito

15.00 Uhr    Andreas Huth, Technische Universität Berlin
Primus inter pares. Die Inszenierung von Konvention und Distinktion in der Architektur des Palazzo Medici

15.40 Uhr Philippa Sissis, Universität Hamburg
Eine visuelle Öffentlichkeit des Humanismus? Inschriften und ihre visuelle Funktion im Florenz der frühen Humanisten

16.20 Uhr Kaffeepause

Teil 2: Architektur und gebauter Raum im Bild
Moderation: Wolf-Dietrich Löhr, Freie Universität Berlin/Kunsthistorisches Institut in Florenz

16.40 Uhr Marie-Luise Hugler, Freie Universität Berlin, Kolleg-Forschergruppe BildEvidenz
Architektur, Figur und Grund in der Sacra Conversazione von Domenico Veneziano

17.20 Uhr     Neville Rowley, Staatliche Museen zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz
Architektur in Arbeiten Donatellos

18.00 Uhr Brigitte Sölch, Ruhr-Universität Bochum/Kunsthistorisches Institut in Florenz
Zusammenfassung, Schlussdiskussion und Ausblick

18.30 Uhr Aperitivo

Filippo Brunelleschis Tod 1446 war für Florenz ein immenser Verlust: Drei Jahrzehnte lang hatte der Architekt die sich rasant entwickelnde Baukultur der Stadt mitbestimmt, seine Domkuppel gilt bis heute als ingenieurtechnische Meisterleistung, mit dem Ospedale degli Innocenti, der Sakristei für San Lorenzo, dem Saalbau des Palagio di Parte Guelfa und den Entwürfen für Santo Spirito und Santa Maria degli Angeli hatte er in Fragen der Raumplanung und des Wandaufrisses, vor allem aber hinsichtlich der architektonischen Formensprache neue Wege beschritten. Einige seiner Bauprojekte waren 1446 noch unvollendet; sie wurden von einer neuen, zum Teil auf den Baustellen ausgebildeten Generation von Baumeistern – zumeist Bildhauerarchitekten wie Michelozzo di Bartolomeo, Pagno di Lapo Portigiani und Maso di Bartolomeo – weitergeführt. Voraussetzung der spätestens seit den 1420er Jahren zu beobachtenden Neuorientierung in der Architektur war das zunehmende Interesse der patrizischen Oberschicht an humanistischen Ideen. Gelehrte wie Leonardo Bruni und Poggio Bracciolini – die als Kanzler der Kommune nicht nur eine hohe Reputation, sondern auch reale Macht besaßen – demonstrierten, wie vorteilhaft sich aktuelle Anforderungen an Politik und Repräsentation mit antiken Vorbildern verbinden ließen – ein Modell, dass bald in andere Lebensbereiche und eben auch die Baukunst Eingang fand. Vorbereitet wurde die neue Architektursprache freilich in zwei ‚schnelleren‘ Bildmedien: Malerei und Reliefkunst. In ihnen wurden die Einsatzmöglichkeiten architektonischer Motive ausgelotet und ihre Leistungsfähigkeit als Mittel bildrhetorischer Repräsentation vorgeführt, hier wurden sie zu Statussymbolen einer sozialen Gruppe und wirkten so auf die Baukunst zurück. Den Künstlern wiederum erlaubte die Darstellung antikisierender Architektur, ihre Modernität, humanistische Bildung und Kenntnisse in der ‚prospettiva‘ zu demonstrieren; sie konnten sie einsetzen, um einen überzeugenden Tiefenraum zu konstruieren und um historische Ereignisse glaubhaft in der Vergangenheit zu situieren.

Die Jahrhundertmitte, die Zeit des Generationswechsels nach Brunelleschis Tod, des Baus von San Lorenzo, Santo Spirito und der Paläste der Medici und der Rucellai soll dem Workshop, dessen Titel Benedetto Deis stereotype Formulierung in seiner Aufzählung berühmter Florentiner Bauwerke (Cronaca, um 1472) zitiert, als Angelpunkt dienen. In den Beiträgen werden jedoch nicht zwingend Bauwerke im Mittelpunkt stehen: Zu fragen ist vielmehr nach Korrespondenzen und Konkurrenzen zwischen Architektur bzw. urbanem Raum und Malerei, Bildhauerkunst und Schriftkultur, nach der Verhältnis zwischen gesellschaftlichen und ästhetischen Konventionen und Innovationen sowie nach der Bedeutung der humanistischen Ideen für die  patrizischen Auftraggeber.

Veranstaltung im Rahmen des Seminars Konvention / Distinktion. Zur Bildhaftigkeit von Architektur im privaten Palastbau in Florenz um 1450 (WS 2017/2018) an der Technischen Universität Berlin – Institut für Kunstwissenschaft und Historische Urbanistik – Fachgebiet Kunstgeschichte

Ergänzend zur Veranstaltung findet am 7. Februar ein Abendvortrag statt:

Veronica Biermann (Halle)
Leon Battista Albertis de re aedificatoria: Welche Praxis steckt in der Theorie?
Mi, 7. Februar 2018, 18 Uhr
Institut für Kunstwissenschaft und Historische Urbanistik – Fachgebiet Kunstgeschichte
Straße des 17. Juni 150/152
Architekturgebäude, Hörsaal A 053

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About thegrailquest

Anastasija Ropa holds a doctoral degree from Bangor University (North Wales), for a study in medieval and modern Arthurian literature. She has published a number of articles on medieval and modern Arthurian literature, focusing on its historical and artistic aspects. She is currently employed as guest lecturer at the Latvian Academy of Sport Education. Anastasija’s most recent research explores medieval equestrianism in English and French literary art and literature, and she is also engaged as part-time volunteer horse-trainer. In a nutshell: Lecturer at the Latvian Academy of Sport Education Graduate of the School of English, University of Wales, Bangor. Graduate of the University of Latvia Passionate about history, particularly the Middle Ages A horse-lover and horse-owner

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