Conference: Platz da! (Zuerich, 15-17 June 2017)

Universität Zürich, Rämistrasse 59, Aula G 01, 15. – 17.06.2017
Registration deadline: Apr 30, 2017

Platz da! Genese und Materialität des öffentlichen Platzes in der mittelalterlichen Stadt

In der historischen Forschung sind mittelalterliche Platzanlagen als Orte von Öffentlichkeit und Herrschaftsrepräsentation, als „Schauplätze“ von Ritualen und sozialen Interaktionen in jüngster Zeit vielfach thematisiert worden. Das Junktim von Platz und Öffentlichkeit hat allerdings zu einer etwas einseitigen Betonung des Bühnencharakters von Plätzen geführt und dabei bisweilen die Genese und Materialität der konkreten Plätze aus dem Blick verloren. Nur selten wurde danach gefragt, wann, wo und durch wen Plätze angelegt wurden, durch welche physischen Elemente sie begrenzt wurden, woher sie zugänglich waren, wie die Platzfläche befestigt war und wie sich ihr physisches Erscheinungsbild durch die Jahrhunderte hindurch veränderte. Gab es innerhalb ein und derselben Stadt zur gleichen Zeit Plätze unterschiedlicher Funktion, die sich durch Lage und Binnendisposition unterschieden? Wann und wo entstanden Plätze infolge obrigkeitlicher Anordnungen, wo hingegen mehr oder weniger ungeplant durch den schieren Gebrauch einer einst peripheren Freifläche? Wie haben sich Plätze und ihre Funktion auf die Genese der ganzen Stadt ausgewirkt? Wie lassen sich regionale und überregionale Unterschiede in Bezug auf Platzkonzepte erklären?

In der geplanten Tagung soll es um Plätze als physische Elemente im Gefüge mittelalterlicher Städte gehen. Anders als in der historischen Stadtforschung soll nicht nach den Orten von Öffentlichkeit gefragt und von da aus der Blick auf die Plätze gerichtet werden, sondern – gerade umgekehrt – von den Plätzen ausgehend nach deren Genese, Nutzungsspektrum und Erscheinungsbild gefragt werden. Ganz bewusst sollen einzelne Städte als Untersuchungseinheiten in den Blick genommen und die jeweiligen städtischen Freiflächen in ihrem Werden und Funktionieren im konkreten urbanistischen Kontext verglichen werden. Dass dafür archäologische Befunde genauso wie historische Quellen herangezogen werden sollen, versteht sich von selbst.

Die Teilnahme ist kostenlos. Wir bitten um Anmeldung bis 30. April 2017.
Kontaktadresse: platzgenese@khist.uzh.ch

Programm

Donnerstag, 15. Juni

14.00 Uhr
Carola Jäggi:
Begrüssung / Einführung

Moderation: Carola Jäggi

14.30 Uhr
Marzena Kessler:
(Sozial-)Topographie des Trierer Hauptmarktes im Mittelalter

15.30 Uhr
Thomas Höltken:
Ausgrabungen auf mittelalterlichen Kölner Marktplätzen

16.30 Uhr
Pause

Moderation: Antonie Bassing

17.00 Uhr
Manfred Schneider:
Der Markt in der Hansestadt Lübeck – Über acht Jahrhunderte Platzkontinuität

17.30 Uhr
Manfred Böhme:
Der Markt in Stendal zwischen 1160 und 1260. Seine Anlage, dessen Nutzung und Wandel im archäologischen Befund

18.00 Uhr
Apéro im Lichthof

19.00 Uhr
Matthias Untermann:
Zentrum, Wunde, Leerstelle? Plätze in der mittelalterlichen Stadt

Freitag, 16. Juni

Moderation: Andrea Rumo

9.00 Uhr
Christoph Philipp Matt:
Plätze, «Plätze» und Märkte in Basel – und wie sie sich verändert haben

10.00 Uhr
Armand Baeriswyl:
Traue keinem Platz! Thesen zur Genese städtischer Frei- und Leerräume im Mittelalter

11.00 Uhr
Pause

11.30 Uhr
Dölf Wild:
Zürich – kein Platz für Plätze?

12.30 Uhr
Mittagspause

Moderation: Lotti Frascoli

14.00 Uhr
Renata Windler:
Wo sind die Plätze? Das Beispiel Winterthur

14.30 Uhr
Fabian Küng:
«… und der statt dienen sölle…». Mittelalterliche Plätze und Platzschaffung am Beispiel der zentralschweizerischen Stadt Luzern

15.00 Uhr
Anette JeanRichard dit Bressel:
Zug, eine Kleinstadt mit Platz für eine urdemokratische Besonderheit

15.30 Uhr
Martin Schindler:
Wasser, Korn, Rinder und Waagen – Plätze in der Stadt St. Gallen

16.00 Uhr
Pause

Moderation: Adriano Boschetti

16.30 Uhr
Jacques Bujard:
La création des places à Neuchâtel et dans les villes neuves neuchâteloises à la fin du Moyen Age

17.00 Uhr
Gilles Bourgarel:
Places urbaines de Fribourg au Moyen Age: un lent processus de création

Samstag, 17. Juni

Moderation: Sabine Sommerer

9.00 Uhr
Paul Mitchell:
Platz, Kirchhof, Residenz im spätmittelalterlichen Wien

10.00 Uhr
Ute Maria Scholz:
Der Breite Markt von Tulln an der Donau, Niederösterreich – Eine Interpretation der archäologischen Quellen zu Marktbauten und Raumnutzung

11.00 Uhr
Pause

11.30 Uhr
Jerzy Piekalski:
Öffentliche Plätze in den mittelalterlichen Städten Ostmitteleuropas. Breslau im Vergleich zu Prag, Krakau und Gleiwitz

12.30 Uhr
Carola Jäggi:
Resümee

 

Advertisements
This entry was posted in Uncategorized on by .

About thegrailquest

Anastasija Ropa holds a doctoral degree from Bangor University (North Wales), for a study in medieval and modern Arthurian literature. She has published a number of articles on medieval and modern Arthurian literature, focusing on its historical and artistic aspects. She is currently employed as guest lecturer at the Latvian Academy of Sport Education. Anastasija’s most recent research explores medieval equestrianism in English and French literary art and literature, and she is also engaged as part-time volunteer horse-trainer. In a nutshell: Lecturer at the Latvian Academy of Sport Education Graduate of the School of English, University of Wales, Bangor. Graduate of the University of Latvia Passionate about history, particularly the Middle Ages A horse-lover and horse-owner

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s