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Call for Papers: Der Akt der Bildwerdung. Kreativität und Schöpfungskraft zwischen 1430 und 1530, Cologne 2-3/11/2018 (Deadline 29/04/2018)

an00146423_001_lDas Werkstattgespräch wird sich inhaltlich mit Produktions- und Rezeptionsmechanismen innerhalb von Bildmedien des 15. und frühen 16. Jahrhunderts beschäftigen. Zentrales Thema ist der Prozess der Bildwerdung, also die Frage, wie die Idee und die inventio des Künstlers ins Bild übertragen werden und vor allem, wie sich dieser Übertragungsprozess im Bild nachvollziehen lässt. Dieser Frage wollen wir im Rahmen des Werkstattgesprächs nachgehen und dabei untersuchen, welchen besonderen Stellenwert die Künstler dem kreativen Schaffensprozess und dessen Sichtbarmachung einräumen.

Schon Plinius d. Ä. hatte im 35. Buch der Naturgeschichte postuliert, dass man die unvollendeten Werke der Künstler deshalb mehr bewundert würde, „weil man in ihnen die zurückgelassenen Skizzen [liniamenta] und selbst die Überlegungen [cogitations] der Künstler sieht und weil der Schmerz über die Hand, die während des Schaffens erstarrte, zu höherer Beachtung anreizt.“ Dies zeigt sich etwa in den Vorzeichnungen und Unterzeichnungen, die dem Künstler die Möglichkeit boten unbefangen zu arbeiten, zu experimentieren und das Konzept des Bildes zu verändern, da er nicht erwartete, dass diese Zeichnungen wieder sichtbar werden, nachdem verschiedene Schichten Farbe darüber aufgetragen wurden. Durch Infrarotreflektographien können wir die Intentionen und Gedanken der Werkgenese heute nachvollziehen und für Fragestellungen zum Verhältnis von materieller Form und Invention des Künstlers fruchtbar machen.
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